Ein Monat in den Bergen – Teil 2
Am Wochenende 4. bis 6. September war ich bei dem Literaturfestival „Le livre sur les quais“ in Morges am Genfersee. Für das jährlich stattfindende Festival werden in der historischen Kleinstadt Zelte und Stände an der Uferpromenade aufgebaut. Von dort aus hat man bei klarer Sicht einen direkten Blick auf den Mont Blanc. Ich hatte Glück, denn das Wetter war hervorragend, 28 Grad und Sonnenschein.
Neben der absolut malerischen Umgebung gab es auch sehr spannende Veranstaltungen: Buchvorstellungen, Diskussion über literarische Themen, Gesprächsrunden zum Verfassen und Übersetzen von Literatur sowie Schreib-Workshops. Und das Beste: Zwischen den Veranstaltungen konnte man im See baden und sich erfrischen.
Eine Diskussion, die mir gut gefallen und mich zum Nachdenken gebracht hat, war das Gespräch der Autoren Tendai Huchu und Raoul de Jong zum Thema „Mysteries and Myth Making“. Darin ging es unter anderem darum, dass die europäische Kolonialherrschaft Glauben und Bräuche wie Voodoo, Winti und Santería unterdrückt und verzerrt hat – was sich bis heute in westlichen Vorstellungen von Voodoo-Puppen, Schwarzer Magie und vermeintlichem Schadenszauber zeigt. De Jongs Buch Jaguarman, das von der mystischen Suche des Autors nach seinen Vorfahren handelt, habe ich gerade angefangen zu lesen und bin jetzt schon sehr begeistert.
Mein Besuch bei dem Festival wurde von Pro Helvetia gefördert, da ich zurzeit mit einem Stipendium vom Deutschen Übersetzerfonds im Übersetzerhaus Looren bin, wo ich an der Übersetzung von Julia Armfields neuem Roman Up to the Light arbeite.
