11 Mar 26

BGG, BITV 2.0, PDF/UA, WCAG Level AA – Was steckt dahinter?

von Tilmann Hielscher

Eine Sammlung von Akronymen – dahinter verbergen sich Standards, Verordnungen und Gesetzte zur Barrierefreiheit. Klingt kompliziert? Aber das Ziel ist einfach: Menschen mit Behinderungen den Zugang zu Dokumenten und Inhalten erleichtern.

Wir von Planet Neun haben kürzlich unser Wissen in einer Schulung auf den neuesten Stand gebracht. Der Fokus lag dabei auf der Erstellung barrierefreier PDF-Dateien. Gerade bei PDFs passiert viel im Verborgenen – zumindest für diejenigen, die nicht auf assistive Technologien angewiesen sind.

Menschen, die Screenreader oder andere Ausgabegeräte nutzen, brauchen PDFs, die auch im Hintergrund richtig strukturiert sind, über die rein visuelle Darstellung hinaus. Deshalb ist es entscheidend, die Standards und Kniffe zu kennen, um PDFs zu generieren, die allen Prüfungen standhalten und für alle zugänglich bleiben.

Unser Angebot: Wir beraten Euch gern dabei, wie ihr Dokumente für alle Nutzer:innen lesbar und nach Standards gestalten könnt.

Illustration einer Person, die über Schranken springt. Um sie herum fliegen Blätter mit verschiedenen Inhalten.
06 Mar 26

Women’s Day

von Hannah Pöhlmann

Anlässlich des Weltfrauentags am 8. März habe ich meinen Kolleg:innen die Frage gestellt:
„Wer kommt dir in den Sinn, wenn du an Feminismus denkst, und warum?“

Die Antworten fielen sehr unterschiedlich aus, niemand wurde doppelt genannt, und ich konnte neue Denkanstöße aus der Umfrage mitnehmen.

Johanna: Ich denke als erstes an Gisela Notz, eine Historikerin und Sozialwissenschaftlerin aus Berlin, die seit über 60 Jahren für die sexuelle Selbstbestimmung von Frauen kämpft und sich schon so lange gegen den Paragrafen 218 einsetzt, dass es mich immer wieder sehr rührt. Außerdem ist sie nicht so Zweite-Welle-mäßig hängen geblieben – zumindest nicht so stark wie andere. Sitzt ewig schon in Bündnissen, spricht seit Jahrzehnten auf den Demos des Frauenkampftags und ist einfach total niedlich und cool.

Sandra: Neulich beim Durchblättern eines Buches mit meinem Sohn kam mir Marie Curie wieder in den Sinn (aus der Reihe Little People, BIG DREAMS – sehr empfehlenswert). Eine der großen Feministinnen – ganz ohne große Worte, aber mit radikaler Selbstverständlichkeit. Sie hat Gleichberechtigung nicht gefordert, sondern gelebt und damit nachfolgenden Generationen Türen geöffnet. Als erste Frau mit einem Nobelpreis (und bis heute die einzige mit zweien in unterschiedlichen Wissenschaften) hat sie gezeigt, was möglich ist.

Andreas: Gertrude Stein, wegen ihres Mutes und ihrer radikalen Unabhängigkeit. Außerdem, wer sonst hätte sich getraut, Hemingway zu sagen, als er um ihre Meinung zu dem Manuskript von In einem anderen Land bat: „Begin again, Ernest. And this time, concentrate.“
Harry Crews, der in seinen Büchern böse, ätzend und genüsslich das Groteske der Maskulinität beschreibt. (Empfehlenswert ist auch die nach ihm benannte Band – bestehend aus Lydia Lunch, Kim Gordon und Sadie Mae – die ganz ähnlich klingt, wie er schreibt.)

Lena: Ich denke dieses Jahr an Gisèle Pelicot, vor allem wegen ihres außergewöhnlichen Mutes, öffentlich über die organisierte sexualisierte Gewalt zu sprechen, die ihr über lange Zeit angetan wurde. Mit ihrem Satz „Die Scham muss die Seite wechseln“ hat sie deutlich gemacht, dass nicht Betroffene, sondern Täter Verantwortung und gesellschaftliche Ächtung tragen müssen. Ihr Auftreten ist damit auch ein starkes Zeichen für konsequenten Gewaltschutz, Solidarität und strukturelle Veränderungen im Umgang mit Gewalt.

Tilmann: Neben bekannten Feministinnen, die in der Öffentlichkeit als solche auftreten, kommen mir Personen – mehrheitlich Frauen – in den Sinn, deren Bereitschaft, im Privaten oder in Alltagssituationen Dinge anzusprechen, mir im Gedächtnis geblieben ist. Die sich geäußert haben, wenn anderen Frauen zu Unrecht Kompetenz abgesprochen wurde, die auf Doppelstandards hingewiesen haben, die mir vielleicht nicht aufgefallen wären, oder die sexistische Aussagen nicht unwidersprochen stehengelassen haben.

Ich selbst hatte etwas mehr Zeit zum Nachdenken, was dazu führte, dass ich meine Gedanken schweifen ließ und an alle möglichen Feminist:innen bzw. Personen, die ich mit Feminismus verbinde, dachte: Malala Yousafzai, Ruth Bader Ginsburg, Alice Walker, Audre Lorde, Amrita Sher-Gil, Simone de Beauvoir, Joan Didion, Arundhati Roy, Lil Kim, Greta Thunberg, um einige aufzuzählen.

Mein erster Impuls war aber, die folgenden Heldinnen zu nennen: Patti Smith, die sich selbst von der Bezeichnung Feministin oder sogar „female artist“ distanziert, wahrscheinlich um nicht in eine Schublade gesteckt zu werden. Und Sara Hebe – auch wenn ich nie in Argentinien war und auch nicht alles verstehe, was sie singt, bin ich einfach unglaublich beeindruckt davon, wie schnell sie Anliegen aus Protestbewegungen in den Mainstream überführt und ihre Plattform dafür nutzt.

Es liegt noch so viel vor uns, so viel Umdenken, Verständnis und Gesetzesänderungen, die in die Köpfe, auf die Straßen und in die Parlamente getragen werden müssen, dennoch freut es mich, dass in meinem kleinen Team bei Planet Neun spontan an so viele wichtige Personen gedacht wurde.

Illustration mit Portraits von Gisela Notz, Marie Curie, Gertrude Stein, Gisèle Pelicot und Audre Lorde
26 Feb 26

Was geht? Kartierhilfe für die Deutsche Umwelthilfe

von Lena Ziyal

Der Schnee hat diesen Winter diejenigen sichtbar gemacht, die für gewöhnlich verborgen bleiben: Zwischen menschlichen Fußabrücken tauchen plötzlich andere Spuren auf. Um sie richtig zu lesen, hat Planet Neun für das Projekt „Deutschland wieder Otterland“ der Deutschen Umwelthilfe e. V. eine Kartierhilfe gestaltet.

Dazu haben wir Trittsiegel und Gangarten heimischer Säugetiere illustriert und übersichtlich aufbereitet. Die Kartierhilfe unterstützt Fachkräfte, Ehrenamtliche und Interessierte bei der systematischen Erfassung: von Biber bis Waschbär – natürlich nicht nur im Schnee.

Die Kartierhilfe kann ausgedruckt werden: Aus der praktischen Druckvorlage entsteht ein handliches A6-Heft, das sich im Gelände nutzen lässt.
Download der Kartierhilfe hier.

19 Feb 26

#SAYTHEIRNAMES

von Hannah Pöhlmann

Heute erinnern wir an die Menschen, die bei dem rechtsterroristischen Anschlag in Hanau vor sechs Jahren ermordet wurden.

Der 19. Februar 2020 hat Leben ausgelöscht, die mitten im Alltag standen – Leben voller Routinen, Pläne und Beziehungen. Ein Arbeitstag ging zu Ende, Freund:innen trafen sich, Familien kümmerten sich umeinander. Wenige Stunden später waren neun Menschen tot, getötet aus rassistischem Hass.

Was bleibt, sind Namen, Gesichter und Geschichten, die nicht zu Ende erzählt werden konnten. Diesen Geschichten Raum zu geben, ist unsere Aufgabe: Erinnern heißt, hinzusehen. Vor allem dort, wo Gewalt aus Worten, Ausgrenzung und Hetze entsteht.
Hanau war kein Einzelfall – sechs Jahre nach der Tat ist das mehr als deutlich. Rassistische Gewalt hat viele Orte in Deutschland geprägt: #Hanauistüberall.

Die Geschehnisse in Hanau dürfen auch in diesem Jahr nicht vergessen werden. Und das bedeutet, Verantwortung zu übernehmen: gegen Hass, gegen rechte Gewalt und für eine solidarische Gesellschaft.

Weitere Informationen: https://19feb-hanau.org/

Illustration von Anton Bahner

Hanau Gedenken
11 Feb 26

Bücher, die wissen, wo sie stehen

von Tilmann Hielscher

Die Initiative „Verlage gegen Rechts“ ruft zu einem Open Call auf: Gesucht werden Illustrationen von wehrhaften, wütenden Büchern. Die Initiative – ein Zusammenschluss aus Verlagen und Einzelpersonen – setzt ein deutliches Zeichen gegen Rassismus, Antisemitismus, Queerfeindlichkeit, Antifeminismus und Ableismus in der Buchbranche. In diesem Aufruf soll speziell die Vereinnahmung der Buchbranche von Rechts sichtbar gemacht werden.

Auch wir beteiligen uns mit einer Buch-Illustration: Unser Buch ist wehrhaft, wachsam und bedacht – denn bei guten Büchern steckt der Vorsatz nicht nur zwischen Buchdeckel und -block.

Einsendeschluss für die Aktion ist der 15. Februar. Also: Ran an die Stifte, Tablets, Pinsel – zeigt, dass Bücher Haltung haben! 📚🗯️

04 Feb 26

Ein neues Corporate Design für den bff

von Tilmann Hielscher

Für unseren Kunden bff haben wir ein neues Erscheinungsbild entwickelt
Der bff ist der „Bundesverband der Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe in Deutschland“. Der Verband vertritt eine Vielzahl von Einrichtungen, die Frauen in Gewaltsituationen unterstützen, und bietet Vernetzung sowie Expertise aus Praxis und Forschung. Neben angebotenen Seminaren und Tagungen ist auch die Webseite des bff eine umfangreiche Informationsquelle.

An Planet Neun hat der bff den Wunsch herangetragen, das bestehende Erscheinungsbild zu modernisieren und zu vereinheitlichen. Wer so gute und engagierte Arbeit leistet wie der bff, braucht sich visuell nicht verstecken. Unser Ansatz war es, eine selbstbewusste Wortmarke zu entwickeln: kräftig, klar und nicht zu gefällig. Dazu gehört eine prägnante Typografie ebenso wie eine starke Farbgebung. Für die Einheitlichkeit im neuen Corporate Design gestalteten wir auch Vorlagen für diverse Anwendungen neu: Visitenkarten, Briefbogen, Präsentationsfolien oder Publikationen.

In den Worten des bff: „Für mehr Sichtbarkeit. Für eine klare feministische Haltung. Für eine starke, verlässliche Stimme gegen Gewalt und Diskriminierung.“

Auch mit der Gestaltung der Website durften wir den bff unterstützen – es gibt also bald mehr zu sehen!

Neues Corporate Design für den bff
26 Jan 26

Kupfer in einer globalisierten Welt: Unterrichtsmaterial für den Bereich Elektrotechnik

von Johanna Hoffmann

EPIZ Berlin e. V. hat ihr Unterrichtsmaterial zum Thema Kupfer überarbeitet. Damit können sich zukünftige Elektrotechniker*innen mit den globalen Verknüpfungen ihres Berufes am Beispiel Kupfer vertraut machen. Planet Neun hat – wie auch schon bei der Erstauflage – die Überarbeitung des Layouts und verschiedener gestalterischer Elemente übernommen.

Die Rolle, die Kupfer in unserer Geschichte spielt, ist von großer Bedeutung, aber das Metall hat auch negative Auswirkungen auf verschiedenen Ebenen: soziale Ungleichheit, lebensbedrohliche Krankheiten, desaströse Umweltverschmutzung.

Insbesondere die Themen Nachhaltigkeit und Globalisierung stehen bei dieser Broschüre im Fokus. Die Broschüre für die berufliche Bildung hält ein Planspiel bereit, dass den Teilnehmenden Motivationen und Handlungsmöglichkeiten der Akteur*innen des Kupferbergbaus sowie die daraus wachsenen gesellschaftlichen Konsequenzen näherbringen soll.

Die Broschüre ist auf der Website des EPIZ e. V. abrufbar.

22 Jan 26

Weiterbildung und Inspiration bei der NIAM-Tagung

von Tilmann Hielscher

Am vergangenen Donnerstag habe ich als Planet-Neun-Gesellschafter an der NIAM-Tagung der Deutschen Gesellschaft für Kartographie teilgenommen. NIAM steht für News, Infographics, Analytics und Maps. Die Veranstaltung richtet sich an Kartograf*innen, Journalist*innen, Wissenschaftler*innen und Infografiker*innen und bringt so unterschiedliche Fachgebiete zusammen.

Das eintägige Programm bot eine große Bandbreite an Vorträgen rund um Karten, Grafiken und Datenvisualisierung – von wissenschaftlichen Untersuchungen zur Rezeption von Grafiken über praxisnahe Tool-Workflows bis hin zu eindrucksvoll atmosphärisch visualisierten Daten zu den Prielen des Wattenmeers oder einer interaktiven Kartenanwendungen zum Mietvergleich. Ergänzt wurden die Vorträge durch eine Postersession.

Ein intensiver Tag voller Impulse, neuer Perspektiven und inspirierender Einblicke. Genau dieser kontinuierliche Austausch und die stetige Weiterbildung sind für uns bei Planet Neun essenziell, um unsere eigenen Info- und datenbasierten Grafiken weiterzuentwickeln und auf einem hohen gestalterischen und inhaltlichen Niveau zu halten.

NIAM-Tagung 2026
19 Jan 26

„Gestalten der Tiefe“ beim btb Verlag

von Sandra Thiele

Rund eineinhalb Jahre nach seinem Erscheinen im Kommode Verlag wird der Roman Gestalten der Tiefe nun als Taschenbuch beim btb Verlag, einem Imprint von Penguin Random House, veröffentlicht.

Es handelt sich um den Debütroman der britischen Autorin Julia Armfield, der von Planet-Neun-Gesellschafterin Hannah Pöhlmann aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt wurde.

Inhaltlich geht es um zwei Frauen, ein verheiratetes Paar, und ihre Beziehung zueinander, die in abwechselnden Kapiteln erzählt wird. Meeresbiologin Leah bleibt sechs Monate lang auf einer Tiefseeexpedition verschollen, eingesperrt im U-Boot. Ihre Frau Miri wartet auf sie. Nach ihrer Rückkehr zeichnet sich ab, dass die Zeit am Meeresgrund Leah grundlegend verändert hat.

Julia Armfields Version der Orpheus-Sage berührt mit dem Sinnbild der Quallen und Tentakel – in der Tradition von Donna Haraway – und mit dem trockenen britischen Humor archaische Ängste. Die Grenzen des Menschlichen werden ausgelotet; das Unbewusste und Unbekannte erhalten einen Körper.

Wir freuen uns sehr über das Interesse von btb und darüber, dass die Taschenbuchausgabe dem Roman und der Autorin hoffentlich eine noch größere Leserschaft erschließen wird.

 

Gestalten_der_Tiefe, Taschenbuch, Cover
14 Jan 26

Neue Best-Practice-Reihe der Deutschen Umwelthilfe

von Sandra Thiele

Im Rahmen der Zusammenarbeit mit der Deutschen Umwelthilfe (DUH) konnte Planet Neun das Layout für eine neue Veröffentlichungsreihe entwickeln – eine Best-Practice-Reihe, die besonders gelungene Umweltmaßnahmen vorstellt. Erste Ausgabe:

Wege, die verbinden – Best Practices für vernetzte Lebensräume.
Grüner Weg für Wildkatzen entlang der Lossa.

Nachdem wir im vergangenen Jahr bereits ein umfassendes Corporate Design mit der Deutschen Umwelthilfe im Projekt „Deutschland wieder Otterland“ entwickelt haben – vom Logo über ein Design-Manual, Key Visuals und diverse Printmaterialien bis hin zum Website-Konzept und vielfältige Anwendungen –, konnten wir nun daran anknüpfen und viele Elemente auch für die Darstellung der neuen Veröffentlichungsreihe nutzen.

Das Projekt unter Leitung des BUND Sachsen e. V. zeigt, wie durch gezielte Maßnahmen ein funktionierender Biotopverbund entstehen kann, von dem nicht nur Wildkatze und Fischotter, sondern zahlreiche weitere Arten profitieren. In Sachsen sind die Lebensräume der Europäischen Wildkatze stark fragmentiert – Straßen, Siedlungen und intensive Landwirtschaft verhindern ihre natürliche Wanderung und führen zu Isolation und erhöhtem Unfallrisiko. Ziel des Projekts war daher die Schaffung eines ökologisch wertvollen Wanderkorridors („Grüner Weg“), der sichere Wechsel zwischen Wäldern ermöglicht. Es entstand ein Vorzeigeprojekt, das als Modell für weitere Wildkatzenkorridore in Sachsen dient.

Wir freuen uns sehr über diese kontinuierliche und konstruktive Zusammenarbeit und sind gespannt auf weitere Ausgaben im Rahmen der Best-Practice-Reihe.

 

DUH Best Practice Wildkatzenkorridor Lossa