Ein Monat in den Bergen
Ich bin gestern im Übersetzerhaus Looren in der Schweiz angekommen, in einem Dorf in den Alpen etwa eine Stunde von Zürich entfernt.
Hier ist Platz für neun Literaturübersetzer*innen, die zwischen zwei Wochen und zwei Monaten bleiben. Die Übersetzer*innen kommen aus allen Teilen der Welt. Ich werde durch eine Förderung vom Deutschen Übersetzerfonds für einen Monat hier sein können und an der Übersetzung von Julia Armfields neuem Roman „Up to the Light“ arbeiten.
Ich war bereits letztes Jahr hier und weiß: Die Arbeitsatmosphäre ist toll. In jeder Ecke steht ein Lesesessel und die umfangreiche Bibliothek erstreckt sich über das gesamte Haus.
Mit den anderen Übersetzer*innen kann man sich über die Arbeit austauschen, über Sprache und über die Verlagswelt in anderen Ländern – laufen Aufträge über Verlage oder über Agenturen, gibt es Zensur, welche Themen werden aktuell viel gelesen, wie ist der Kontakt mit den Autor*innen etc.
Das Haus ist außerdem Ort für Literaturveranstaltungen wie Netzwerktreffen und Lesungen, die oft nachmittags oder abends stattfinden.
Ich plane neben dem konzentrierten Arbeiten im Haus, Wanderungen in der Umgebung und einem Treffen mit einer Verlegerin in Zürich auch einen Ausflug in die französische Schweiz. Zum einen will ich dort zu einem Literaturfestival in Morges – Le livre sur les quais – und zum anderen ist das die Region, in dem das Buch spielt, das ich übersetze. Die will ich mir etwas genauer anschauen und die Stimmung einfangen.
